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Was darf ein 120kg-Flieger kosten

Veröffentlicht am 28. Dezember 2012
Zugriffe: 27218

UL-Segelflug.de/Bild/TC_Autor_1937.jpgImmer wieder erreichen mich in letzter Zeit Anrufe oder Emails, in denen auf die Gefahren der nach oben offenen Preisskala bei Neuentwicklungen hingewiesen wird, bzw. mit erhobenem Zeigefinger hochpreisige Flugzeugtypen "angeprangert" werden. Schließlich war doch die Idee der Ultraleichten -so die Warner-, dass es sich dabei nicht nur um langsame und leichte, sondern auch um einfache und vor allem "bezahlbare" Fluggeräte handeln soll.

Einmal abgesehen davon, dass in Litauen, Tschechien oder Polen gebaute Flugzeuge (noch) weit kostengünstiger hergestellt werden können, als dies auf Grund der unterschiedlichen Arbeitslöhne in Italien, Deutschland oder in der Schweiz möglich ist, spielen bei den Herstellungskosten natürlich auch die verwendeten Materialien eine ganz entscheidende Rolle. Handelt es sich um "einfache Alu-Rohrgestelle" mit stoffbespannten Tragflächen und Leitwerken, oder handelt es sich um ganzheitliche Verbundfaserkonstruktionen wie etwa die aus GfK gefertigte GFW-3, oder gar um aus Carbon gefertigte Flugzeugtypen wie den Archaeopteryx, dann entstehen nicht nur erhebliche Kostendifferenzen durch den Arbeits- und Herstellungsprozess, sondern auch durch die bei der Herstellung eingesetzten Werkstoffe. Die Preisdifferenz zwischen GfK und CfK bewegt sich hierbei etwa im Verhältnis 1:8 bis 1:10.

UL-Segelflug.de/Bild/HT_Sandlin-Glider_PIG.jpg

Einfachstkonstruktion - Sandlin-Gliders PIG

UL-Segelflug.de/Bild/HT_Sandlin-Goat1-Hangstart.jpg

Einfachstkonstruktion - Sandlin-Glider Goat 1

UL-Segelflug.de/Bild/HT_ULF-1_1310.jpg

ULF-1 Holzkonstruktion-Amateurbau nach Plan

UL-Segelflug.de/Bild/HT_Banjo_D-NGIP_9888.jpg

Banjo - Gemischtbauweise im Serienbau

UL-Segelflug.de/Bild/HT_Luftikus-2_5401.jpg

Luftikus-2 Amateurbau GfK/CfK Wabenbauweise (Einzelstück)

UL-Segelflug.de/Bild/HT_GFW-3_1268.jpg

GFW-3 Amateurbau in GfK-Schalenbauweise (Einzelstück)

UL-Segelflug.de/Bild/HT_Swift-Light_1617.jpg

Swift-light GfK-Flächen mit Carbon-Holmen (Serienbau)

UL-Segelflug.de/Bild/HT_Archaeopteryx_9641.jpg

Archaeopteryx Carbon/Waben-Leichtbau (Serienbau)

Bei den UL-Segelflugzeugen reden wir also über eine Preisskale von weit unter 10.000 € beim Eigenbau eines ULF-1, ca. 16.000 € beim tschechischen Banjo, ca. 25.000 € beim Swift-light bis ca. 75.000 € bei der Carbon Hightech-Konstruktion des schweizerischen Archaeopteryx.

Auch bei der motorisierten 120 kg-Klasse liegen Einfachstkonstruktionen wie z.B der Aerosport-103 von Aerolite (19.999 €) und Leichtflugzeuge des amerikanischen Herstellers Belite (z.B. Black-Dragon und WOW) am unteren Ende der Preisskala. Das kann aber nicht heißen, dass technisch aufwendigere oder aus modernsten Werkstoffen hergestellte Konstruktionen, wie z.B. die Elektra-One-Solar, nicht gebaut und vertrieben werden sollten. Selbstverständlich können solche Hightech-Konstruktionen auch nicht zu ähnlich niedrigen Preisen wie der Aerosport-103 oder WOW angeboten werden, denn bei der 120 kg-Klasse ist es wie im richtigen Leben: Man kann beim Autokauf auch nicht die Technik und Qualität eines Mercedes S-600 (130.000 €) erwarten, wenn man nur den Preis eines Dacia Sandero (6.990 €) bezahlen will oder kann.

UL-Segelflug.de/Bild/HT_Aerolite-103_Copyright.jpg

Aerosport-103 (Serienbau, auch als Kit erhältlich / USA)

UL-Segelflug.de/Bild/HT_Belite-WOW_Copyright.jpg

Belite WOW (Serienbau / USA)

UL-Segelflug.de/Bild/HT_Ekolot-Elf_0138.jpg

Ekolot-ELF (Serienbau / Polen)

UL-Segelflug.de/Bild/HT_Song_0172.jpg

Song (Serienbau / Tschechien)

UL-Segelflug.de/Bild/GT_Elektra-One-Solar_0132.jpg

Elektra-One-Solar (Serienbau / Deutschland)

Im gleichen Preissegment wie UL-Segelflugzeuge bewegen sich auch die 120 kg-Motorflugzeuge, nämlich von ca. 20.000 € für den Aerosport-103 über die "Mittelklasse" für den polnischen Ekolot-ELF und den tschechischen Song mit ca. 30.000 €, bis zur komplett aus Carbon gebauten Elektra-One-Solar, bei der der Preis wohl in der Region von ca. 100.000 € liegen dürfte.

Für alle Preisklassen wird es Käuferschichten geben, sowohl für die kostengünstigen Konstruktionen, wie auch für die Mittel- und die Hightech-Oberklasse. Freuen wir uns für jeden Piloten, der sich ein Fun-Gerät für 20.000 € leisten kann und sicherlich viel Flugspaß damit haben wird. Gönnen wir aber gleichzeitig neidlos auch den Piloten ihren Spaß, die in die nächsthöhere Preisklasse einsteigen oder sich sogar ein Hightech-Fluggerät erlauben können und daran ihre Freude haben.

Die LTF-L schließt die Entwicklung von Hightech-Fluggeräten aus modernsten Werkstoffe ja nicht aus. Solange sie also für den Pilot/Halter unkritisch, d.h. fliegerisch und technisch problemlos beherrschbar sind, ist alles im grünen Bereich. Es wäre schlimm, wenn sich auf dem 120kg-Sektor eine Sparte zweiter Klasse-Flugzeuge entwickeln würde, deren Weiterentwicklung durch Material- oder Preisbeschränkungen verhindert werden würde.

Beschränkende Faktoren wie 120 kg Leergewicht, 55km/ Vmin und 25 kg/qm Flächenbelastung sind sicherlich sinnvoll und aus gutem Grunde in die LTF-L vom LBA hineingeschrieben. Und um die damit einhergehenden Erleichterungen wie z. B. eigenverantwortliche Pilot/Halter-Instandhaltung, keine Verkehrszulassung, kein Medicalzwang, keine Geschwindigkeitsbegrenzung nach oben usw. werden wir weltweit beneidet.

Kommentare   

 
#1 H. Goris 2013-09-10 13:49
Guten Tag,
nun warte ich schon fast 2 Jahre auf die Zulassung der Motorisierten 120 kg ( LL )Fluggeräte.
Leider reicht der von Ihnen genannte Preis von ca. 20.000 Euro bei weitem nicht aus für die ELF. Ein Preis von 39.500 Euro ist mir genannt worden.
 
 
#2 Administrator 2013-09-29 17:05
Hallo H.Goris,

die LTF-L ist erst seit März 2012 veröffentlicht, so dass bis zu diesem Zeitpunkt kein Hersteller auf verbindliche Bauvorschriften zurückgreifen und danach ein zulassungsfähiges Flugzeug bauen konnte.
Inzwischen ist der ULI-NG von Weller als erstes Flugzeug zugelassen, der Ekolot ELF ist in der Zulassungsphase, benötigt aber noch ein paar konstruktive Änderungen, so dass mit einer Zulassung in diesem Jahr wohl nicht mehr zu rechnen ist.

ULI-NG und Aerolight 103 (siehe oben) kosten ca. 20.000 €, die ELF wird wohl um die 40.000 € (inkl. Hänger) kosten, ohne Hänger dann etwas günstiger. Allerdings hat die heutige ELF im Gegensatz zur ersten Variante wie auf der AERO 2012 präsentiert, ein verbessertes Fahrwerk, ein größeres Cockpit sowie einen stärkeren Motor inkl. 3-Blatt-Faltpropeller, was den Mehrpreis gegenüber obiger Aussage im Artikel vermutlich rechtfertigen könnte.
Allerdings ist der bisherige Käufer-Andrang auf dieses Flugzeug von Anfang an so groß, dass entsprechend Angebot und Nachfrage der Endpreis ggf. auch noch etwas höher liegen könnte, aber das bleibt erst mal abzuwarten.
Der tschechische Song könnte demnächst bereits auf der Bildfläche erscheinen, da die tschechische Zulassungvoraussichtlich auch in Deutschland anerkannt werden könnte.

Gruß Klaus
 

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