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Ich habe verstanden.

Jetzt ist auch der Phantomschmerz besiegt

Veröffentlicht am 01. Januar 2014
Zugriffe: 2639

UL-Segelflug.de/Bild/TC/Phantomschmerz_besiegt_0191.jpgSeit 18. Dezember 2013 ist auch der "Phantomschmerz" besiegt. Natürlich hat die Trennung auch ein kleines Bisschen weh getan, als wir die D-6300/KB im Deutschen Segelflugmuseum letztmals aufgebaut und sich danach die Museumstüren hinter mir geschlossen hatten. Nach 23 Jahren "Freud und Leid", ist dies mit Sicherheit für jeden Oldie-Fan ein nachvollziehbarer "Trennungsschmerz", der sich jedoch trotz allem sehr in Grenzen hielt.

Schließlich hatte ich mich ja aus voller Überzeugung bereits seit langer Zeit zu diesem finalen Schritt entschlossen - getreu dem Motto: "Alles hat seine Zeit". Doch "23 Jahre Fliegerehe", das verbindet und geht nicht ganz spurlos an einem vorbei. Zumal ich in der ganzen Zeit nicht nur ein überzeugter "Hölzler", sondern auch ein überzeugter "V-Leitwerk´ler" war und dies auch weiter bin!

Trotz allen Befürchtungen ist mir die endgültige Trennung am Ende leichter gefallen, als ich mir dies ein paar Tage zuvor noch vorstellen konnte. Aus vollster Überzeugung, mit diesem Schritt das einzig Richtige zu tun, hatte ich am 23. November 2013 meine D-6300 dem Deutschen Segelflugmuseum Wasserkuppe gespendet. Sie soll in der Obhut des Museums auch von zukünftigen Fliegergenerationen noch als Meilenstein deutscher Segelflugzeugentwicklung bewundert werden können. Schließlich war die SB5 die letzte Spezies von Hochleistungs-Segelflugzeugkonstruktionen, die noch "aus vollem Holz geschnitzt" war. Alles, was in der Kategorie Leistungs-Segelflugzeuge danach kam, war nicht mehr aus "lebenden Werkstoffen" geschaffen, die bei der Verarbeitung auch noch angenehme Düfte und Gerüche verbreitet haben. Bis zum heutigen Tag entstehen alle Hochleistungs-Segelflugzeugkonstruktionen aus Materialien, die der "Hexenküche der chemischen Giftmischer" entspringen, die bei der Verarbeitung nicht nur dampfen und stinken, sondern auch Haut und Atmungsorgane schädigen, sofern man unvorsichtigerweise keine oder die falsche Schutzausrüstung verwendet.

Leider hat der nachwachsende, angenehm riechende und problemlos zu verarbeitende Werkstoff Holz heute ausgedient: Alles hat eben seine Zeit!

Ein klitzekleiner "Phantomschmerz" war dann aber doch zurück geblieben, der sich erstmals auf der Heimfahrt mit dem leeren Hänger bemerkbar machte, bei der Einstellung desselben in meine Box beim Club in Bensheim a. d. Bergstraße, sowie bei dessen späterem Verkauf. Durch glückliche Umstände konnte ich jedoch nicht nur den nackten Hänger, sondern auch den Rumpfwagen, die Flächenstütze und das Flächenrad, sowie die Anschau-Schleppstange im Paket veräußern. Gebaut in mühevoller Handarbeit und unzähligen Arbeitsstunden, werden diese Teile allesamt für eine andere SB 5 Verwendung finden, die ein Flieger-Ehepaar vor zwei Jahren im halbfertigen GÜ-Zustand erworben hatte und die im Frühjahr 2014 wieder Luft unter die Flügeln bekommen soll.

Drum ging es auch noch einmal auf die Kuppe, wo der Hänger an die neuen Besitzer übergeben worden ist. Gleichzeitig habe ich dabei die Gelegenheit genutzt, dem Deutschen Segelflugmuseum meinen abgelaufenen Brüggemann-Rettungsschirm sowie eine Canon-Kamera mit Teleobjektiv zu spenden, die ich, wie bei meinen früheren Fotoflügen, samt Kameraverkleidung auf die Übergangsverkleidung aufmontiert habe.

UL-Segelflug.de/Bild/GT/Aufbau_der Rückwärtskamera_samt_Kameraverkleidung_0225.jpg

Das wohl bekannteste Foto aus dieser ganz speziellen Perspektive, fand beim Segelflug-Bildkalender 2011 als Deckblatt Verwendung.

UL-Segelflug.de/Bild/GT/Waku_D-6300_Segelflug-Bildkalender-2011.jpg

Ein entsprechendes Foto soll demnächst auch noch neben der D-6300/KB in einem Acrylglas-Ständer positioniert werden, damit sich die Museumsbesucher vorstellen können, was der Sinn der Huckepack-Kamera früher einmal gewesen war. Schließlich kommt der Großteil der jährlich mehr als 25.000 Museumsbesucher nicht aus Fliegerkreisen.

Nachdem auch diese Arbeiten abgeschlossen waren, habe ich ein letztes Mal die Spalten an den Tragflächen- und Leitwerksübergängen abgeklebt, gerade so, als ob wir uns gleich noch einmal gemeinsam in die Thermik schwingen wollten.

UL-Segelflug.de/Bild/GT/Waku_letzte_Abklebung_D-6300/KB_0237.jpg

Beim "allerletzten Hineinsitzer" kam auch noch Petrus wohlwollend mit in´s Spiel. Just zum Zeitpunkt der letzten gemeinsamen "Photosession" hat er nämlich ein paar dunkle Wolken zur Seite geschoben, so dass die noch tiefstehende Wintersonne im richtigen Winkel durch die Museumsfenster scheinen und uns gemeinsam in´s rechte Licht rücken konnte. Spotbeleuchtung auf Bestellung wie auf einer Bühne, wie sie ein professioneller Bühnenbeleuchter nicht hätte besser machen können.

UL-Segelflug.de/Bild/GT/Waku_letzter-Drinsitzer_0246.jpg

Fototechnisch recht interessant ist dabei auch die leichte Blaustichigkeit der Bilder, die ganz sicher von der starken blau-weißen Aura der D-6300/KB bis in die Tiefen der Museumshalle ausgehen muss, was mir aber erst so richtig bei der Bildbetrachtung zuhause am Bildschirm aufgefallen ist.

UL-Segelflug.de/Bild/GT/Waku_Haube-drauf-und-fertig_0254.jpg

Zum Schluss noch den "Brüggemann" im Cockpit ordentlich platziert, die Haube drauf gesetzt und fest verriegelt. Und dann, "ä allerletschdes Mol mei schee Fliegerle ganz gfiehlvoll gschdraichelt un dädschlt - dess war´s" - Alles hat seine Zeit.

UL-Segelflug.de/Bild/GT/Waku_letzte_Streicheleinheit_D-6300/KB_0262.jpg

Beim Verlassen der Museumshalle habe ich gespürt, wie sich der "Phantomschmerz" langsam aus meinem Körper ausgeschlichen hat, je näher ich zur Ausgangstür gekommen war. Draußen vor der Museumstür, da fühlte ich mich nicht nur befreit, sondern auch stolz und glücklich, dass ich mich seit langer Zeit bereits zu diesem Schritt entschieden hatte. Und wie man auf den beiden Abschlussbildern ganz gut sehen kann: Die "blau-weiße Aura" meiner altehrwürdigen SB5 V2 D-6300/KB, sie wirkt sogar noch außerhalb der Museumsmauern.

UL-Segelflug.de/Bild/GT/Waku_lebe-wohl_D-6300/KB_0333.jpgUL-Segelflug.de/Bild/GT/Waku_lebe-wohl_D-6300/KB_0331.jpg

Auch der Rest der historischen Wasserkuppe war an diesem Tag in wundersames blaues Licht getaucht. Wahrscheinlich ein letzter Gruß von meinem alten Schätzchen, das nach 45 Betriebsjahren, mehreren Notoperationen und vielen schönen Flügen in den wohlverdienten Ruhestand gehen durfte.

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