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Ich habe verstanden.

Es ist vollbracht: Der neue Anschau Komet-KB3 ist fertig

Veröffentlicht am 15. November 2016
Zugriffe: 1611

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1616_Na_endlich_KB3-fertig/TS_Komet-KB3.jpg"Na endlich - hat ja auch lange genug gedauert" wird jetzt der eine oder andere interessierte Leser wahrscheinlich sagen. Wohl wahr, denn nach meinen Vorstellungen hätte der Hänger schon seit Wochen fertiggestellt sein müssen. Aber wie schon in früheren Blogs berichtet, hatte ich den Fertigungsaufwand eines Prototypen in meiner Euphorie und Blauäugigkeit natürlich völlig unterschätzt. Außerdem war mein KB3 ja auch nicht der einzige Auftrag, den das Team von Anschau-Technik zu erledigen hatte. Und obwohl ich über eine Woche täglich kräftig mitgewerkelt hatte, dauerte der Hängerbau weit länger als von mir "erhofft".

Mit Sicherheit werden weitere Hänger dieses neuen Typs in einer weitaus kürzeren Zeit gefertigt werden können, schließlich mussten bei der Herstellung des ersten Exemplars ad-hoc auch immer wieder die eine oder andere Idee verworfen und neue bzw. geänderte Detailkonzepte entwickelt werden. Am Ende hat sich der Zeitaufwand und das in die Entwicklung investierte Gehirnschmalz aber doch gelohnt. Heraus gekommen ist eine Hängerkonstruktion, die für (m)einen Song nicht nur maßgeschneidert ist, sondern in dem er wie in Watte gepackt auf Wolke-7 weich gefedert und wohlbehalten, über lange Strecken von A nach B transportiert werden kann. Über den Straßenzustand brauche ich mir dabei so gut wie keine Sorgen zu machen.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1616_Na_endlich_KB3-fertig/GT_Haenger-Vorderansicht.jpgVorderansicht Komet-KB3 mit geöffneter Frontklappe

Am 14. November 2016, dem Tag des großen Vollmonds, war es dann soweit. Nicht nur für Waldlaubersheim war blauer Himmel und Sonnenschein vorhergesagt, so dass endlich die Endabnahme und die Probefahrt, sowie der erste Einmann-Probeaufbau im Hof vor der Anschau-Werkhalle durchgeführt werden konnte. Obwohl es bei wolkenlos blauem Himmel und Sonnenschein, im Freien mit lediglich +2°C echt "saukalt" war.

Die Stützlast an der Federwaage zeigte 48 kg und liegt somit im sicheren Bereich, wobei durch eine Umlagerung des Reserverades aus dem vorderen Hängerbereich zur Mitte direkt über die Achse, sicherlich auch noch 10 kg von der Anhängerkupplung genommen werden könnten. Im Gegensatz zu den umgebauten Auto-Transportanhängern mit Tandemachse, wie ich das ursprünglich aus Kostengründen ebenfalls geplant hatte, war schon das An- und Abkuppeln ein absolutes Kinderspiel.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1616_Na_endlich_KB3-fertig/GT_Haenger-Rueckseite.jpgRückseitenansicht Komet-KB3 mit LED-Lichtanlage
Nachdem der nachfolgende Funktionstest der modernen LED-Beleuchtung wie erwartet auf Anhieb und ohne jegliche Beanstandung funktionierte, ging es zur Jungfernfahrt erst einmal auf die Straße. Klar, dass Meister Anschau die erste Probefahrt am Steuer meines alten Benz persönlich absolvieren wollte. Wahrscheinlich auch schon deshalb, weil er auch einmal am Steuern eines "richtigen Autos" sitzen wollte, was ich natürlich voll und ganz verstehen kann.

Fahrtest - Straßentauglichkeit
Bei der Probefahrt auf den kurvigen Straßen rund um Waldlaubersheim, zeigte der Prototyp des neuen Komet-KB3 keinerlei Tendenz zum Schlingern, zum Aufschaukeln oder zum Ausbrechen. Der Neuling läuft am Haken hinterher wie ein folgsames Hündchen an der Leine. Kein Ruckeln, kein Zuppeln, kein Geschwänzel, kein Garnichts. Selbst bei 100 km/h und entgegenkommenden Brummies gibt es keinerlei Probleme, das "13 m lange Fuhrwerk" in der Spur zu halten. Seinen ersten Fahrtest hat der Komet-KB3 somit mit Bravour bestanden - besser geht es wirklich nicht. Klar, dass der neue Komet-KB3 nicht nur eine gut funktionieren Auflaufbremse, sondern auch eine selbst entsperrende Rückfahrautomatik hat.

Einmal um den nächsten Kreisel und schon geht es mit voller Kraft voraus zurück zum Werksgelände für den geplanten "Einmann-Probeaufbau".

Aus- und Einladen ohne fremde Hilfe
Nach dem Abkuppeln wird das Stützrad ca. 15 cm hoch gekurbelt und die beiden hinteren Stützen bis zum Boden abgesenkt. Damit ist gewährleistet, dass der Höhenunterschied zwischen Hängerboden-Hinterkante und Geländeoberfläche nicht zu groß und damit die Rampe bei aufgeklappter Heckklappe nicht zu steil ist. Das würde den Aus- und Einladevorgang beim "Solo-Handling" unnötig erschweren. Die Heckklappe ist recht massiv gebaut und damit naturgemäß auch etwas schwer. Trotzdem kann sie alleine problemlos geöffnet und geschlossen werden, ohne sich dabei das Kreuz zu zerreißen.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1616_Na_endlich_KB3-fertig/GT_Haenger-Innenansicht.jpgInnenansichtbei geöffneter Heckklappe/Laderampe

Mit einem kurzen und leichten Ruck am "Rangiergriff" auf der Song-Schnauze rollen die Hauptfahrwerksräder willig über die beiden Sicherungskeile vor den Rädern. Natürlich ziehe ich dabei nicht an dem langen Griff, sondern benutze diesen lediglich als Anschlag für meine linke Hand, die hinter dem Griff flach auf dem Rumpf aufliegt. Mit der flachen rechten Hand greife ich die Rumpfspitze von unten und drücke mit beiden Händen gefühlvoll von unten und oben gegen den Rumpf. Die dafür aufzubringenden Druckkräfte sind relativ gering und reichen aus, den Flieger problemlos über die Sicherungskeile zu ziehen. Der Rest geht dann von selbst, schließlich rollt der Song über die schiefe Ebene des leicht nach hinten geneigten Hängers aus eigener Kraft ins Freie.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1616_Na_endlich_KB3-fertig/GT_Haenger-Ausladevorgang.jpgÜber die Sicherungskeile gezogen läuft der Song aus eigener Kraft aus dem Hänger

Einmal draußen auf ebenem Boden und nach dem Entriegeln des drehbar gelagerten Rades am Spornkuller, lässt sich der Song problemlos alleine mittels Rangiergriff vorwärts, rückwärts oder auch im Kreis bewegen.

Generalprobe Einmannaufbau
Das erklärte Ziel meiner Hängerkonstruktion war bekanntlich von Anfang an der bedingungslose Einmannaufbau ohne fremde Hilfe. Ob dieses Ziel am Ende auch wirklich erreicht werden konnte, musste beim Probeaufbau (mit Absicherung durch einen zweiten Mann) natürlich erst einmal bewiesen werden. Bevor die Tragflächen-Sicherungsstange entfernt und der Sicherungsgurt der linken Tragfläche entfernt werden konnte, wurde der zur Flächenablage gebaute Alubock ca. 3 m vom Flächenanschlusspunkt entfernt platziert. Im nächsten Schritt wurde dann die Flächenspitze etwas angehoben und ca. 20 cm nach vorne gezogen, bis die Flächenwurzel aus der Fixierung am Spornkuller herausgezogen und somit frei zum Schwenken war. Beim nachfolgenden Schwenk- und Kippvorgang in sicherem Abstand vor dem Seitenruder, konnte die Fläche jetzt um 90° gekippt in die Waagerechte gekippt werden. Ablegen auf dem bereitgestellten Flächenbock und Positionswechsel von der Flächenspitze zum Holmstummel an der Flächenwurzel.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1616_Na_endlich_KB3-fertig/GT_Linke-Flaeche-horizontal.jpgLinke Fläche herausgeschwenkt und in die Horizontale gekippt

In diesem jetzt erforderlichen Positionswechsel sehe ich zum jetzigen Zeitpunkt noch die einzige Schwachstelle, da eine eine kurze Windböe, eine plötzliche Ablösung, oder einfach nur der Propellerwind eines vorbeidrehenden Motorflugzeuges, die ungesichert auf dem Alubock liegende nur 12 kg schwere Tragfläche erfassen und vom Bock blasen könnte. Hier besteht noch Nachrüstbedarf in Form einer Flächensicherung, die ich aber bereits im Kopf habe. Jetzt kann die Tragfläche am Holmstummel gegriffen, vollständig aus der Holmtasche des Spornkullers gezogen und auf dem Bock nach außen verschoben werden.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1616_Na_endlich_KB3-fertig/GT_Linke-Flaeche-verschoben.jpgLinke Fläche komplett herausgeschwenkt und in die Horizontale gekippt kann diese jetzt auf dem Flächenbock verschoben werden

Danach erfolgt das Eindrehen der Fläche nach vorne, bis sich der Holmstummel in Position zur Flugzeug-Holmtasche am Rumpf befindet und dort eingeführt werden kann. Erneuter Positionswechsel nach außen zur Flächenspitze, Tragfläche anheben und die Fläche gefühlvoll bis zum Anschlag einschieben. Da der Flächenbock für eine Flächenablage an der Flächenspitze jetzt bedingt durch die V-Form des Flügels allerdings zu niedrig ist, mussten wir kurzfristig eine einfache, aber höhenverstellbare Flächenstütze (er)finden, mit deren Hilfe die Tragflächenspitze feinfühlig verstellt werden konnte. An diesem Problem hatten Axel und ich aber erst einmal etwas zu knabbern. Es gab zwar mehrere Ideen, die aber allesamt dann doch wieder verworfen wurden.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1616_Na_endlich_KB3-fertig/GT_Linke-Flaeche-eingesteckz.jpgLinke Fläche fast komplett angesteckt, wobei der Flächenbock jetzt zu niedrig ist

Bis Axel einen Geistesblitz hatte und kommentarlos in der Halle verschwand, um bereits drei Minuten später wieder bei mir zu erscheinen. Mitgebracht hatte er das Dreibeinstativ seines Lasergerätes, für das er nur noch eine entsprechend große Auflageplatte mit Schaumstoffbelag anfertigen musste. Gesagt - getan, schon konnte die Tragfläche millimetergenau verstellt und so die beiden Bolzenaugen des Holmstummels mit den Bohrungen in der Holmtasche zur Deckung gebracht werden, so dass die Flächenbolzen problemlos eingesetzt werden konnten. Bei der rechten Tragfläche ging der Anbau erwartungsgemäß dann auch erheblich schneller.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1616_Na_endlich_KB3-fertig/GT_Rechte-Flaeche-halb-gekippt.jpgRechte Fläche halb gekippt, jetzt geht alles viel - viel schneller

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1616_Na_endlich_KB3-fertig/GT_Rechte-Flaeche-wird-eingeschoben.jpgRechte Fläche zum Einschub in richtiger Position, links außerhalb das Dreibeinstativ mit Auflageplatte

Was die Funktion des Dreibeinstativs betrifft, so sehe ich für den Solo-Aufbau allerdings noch ein Problem. Um die Tragfläche in die exakte Position zu bringen, müsste ich vermutlich mehrfach zur Flächenspitze laufen und mit der kleinen Kurbel die Höhe millimeterweise korrigieren, bis die Bohrungen fluchten und die beiden Flächenbolzen in die Löcher passen. Also habe ich mir zwischenzeitlich auch hierfür eine Lösung überlegt: ein aufblasbares Lordosekissen, wie ich es in meinem Auto verwende. Mittels Gummibalg kann dieses sehr feinfühlig mit Luft aufgepumpt oder auch wieder ablassen werden. Lediglich der kurze Luftschlauch zwischen Gummibalg und Luftkissen muss dafür um ca. 5 m verlängert werden, damit ich das Kissen auf der Stativ-Auflage positionieren und von der Flächenwurzel aus die Kissendicke verändern kann.

Fazit
Obwohl der Komet-KB3 auf den ersten Blick als recht teuer und in einem krassen Missverhältnis zum Flugzeugpreis (ca. 1/3 bis 1/4 des Flugzeug-Neupreises) erscheint, halte ich die Mehrkosten gegenüber einem umgebauten Pkw-Transporanhänger, der mit entsprechenden Änderungen und Planenaufbau für ca. die Hälfte des Preises meines KB3 zu haben sein müsste, auch weiterhin für eine gute Investition. Schließlich handelt es sich bei Pkw-Transportern mit einer Ladefläche von 6,50 m Länge und 2.20 m Breite ausschließlich am Doppelachs-Anhänger, deren Achsfederungen für Nutzlasten von ca. 3 t bis 5 t ausgelegt sind. Das bedeutet, dass ein Leichtflugzeug mit einem Gesamtgewicht von lediglich 120 kg, ungefedert auf der Straße herumgekarrt wird, was der Leichtkonstruktion keinesfalls zuträglich sein kann. Ein solch "ungefederter Anhänger" mag zwar als kostengünstige Notlösung tauglich sein, sofern das UL darin lediglich in abgebautem Zustand hangariert oder im Ausnahmefall bei einer ungeplanten Außenlandung einmal abgeholt werden soll. Doch selbst bei dieser Art der Hängernutzung dürfte es lediglich eine Frage der Zeit sein, bis der Flieger beim seltenen Straßentransport bzw. beim Ein- oder Ausladevorgang beschädigt wird, zumal der Ein- und Ausladevorgang ohne fremde Hilfe nicht möglich ist.

Bei einem Flugzeugpreis von 280.000 € fällt ein Hänger für 14.000 € natürlich kaum ins Gewicht, schließlich wären das gerade einmal 5% des Flugzeugpreises, während wir beim KB3 von 25% - 33% der Flugzeugkosten sprechen, je nachdem ob man die Hängerkosten mit der Verbrenner- oder E-Variante ins Verhältnis setzt. Hierbei an der falschen Stelle Geld zu sparen dürfte aber über kurz oder lang zu Flugzeugschäden und damit zu erheblichen Reparaturkosten führen. Spätestens dann, wenn das Flugzeug öfters über längere Strecken per Straßentransport von A nach B "gekarrt", oder der Planenaufbau beim Abstellen des Hängers im Freien, von "sich selbst witzig findenden Planenschlitzern" heimgesucht und dabei vielleicht auch noch das Flugzeug demoliert wird.

Natürlich ist auch der KB3 kein "Fort Knox für Leichtbauflieger" und natürlich bietet auch er im Falle von Vandalismus keinen 100%-igen Schutz. trotzdem bietet der Festaufbau im Vergleich zum Planenhänger, bedingt durch seine mehrlagigen und doppelseitigen GfK/Styrodur-Sandwichplatten, einen weitaus besseren Schutz gegen Fremdeinwirkung von außen. Nicht zu vergessen ist außerdem der gute Isolationsfaktor, der sich im Hängerinnenraum sowohl bei intensiver Sonneneinstrahlung, als auch bei frostigen Außentemperaturen positiv bemerkbar macht. Um in der kommenden Saison ein Gefühl für die im Innenraum entstehenden Maximalwerte zu bekommen, habe ich mir bereits einen Temperaturlogger angeschafft, mit dessen Hilfe ich die auftretenden Innenraumtemperaturen über mehrere Monate hinweg aufzeichnen und am PC auswerten kann. Ich gehe aber davon aus, dass auch bei intensiver und direkter Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten keine Temperaturen jenseits der 40°C auftreten sollten.

Jetzt geht mein KB3 aber erst einmal für mehrere Monate in sein Winterquartier, bis draußen wieder frühsommerliche Temperaturen herrschen und wir uns miteinander einfliegen und uns an einander gewöhnen können. Ich hoffe aber, dass der gegenseitige Eingewöhnungsprozess nicht lange dauert und wir schon bald in fliegerischer Symbiose die ersten Frühjahrsbärte gemeinsam auskurbeln sowie viele schöne Flüge genießen können.

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