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Ich habe verstanden.

Transponderpflicht tangiert mich nicht

Veröffentlicht am 11. Oktober 2017
Zugriffe: 2126

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2017/1730_Transponderpflicht_tangiert_mich_nicht/TS_Luftraumstruktur-Deutschland_farblich-ergaenzt.pngNachdem ich zwischenzeitlich nun ja nicht mehr ausschließlich "thermisch" unterwegs bin, sondern seit der "Stunde Song" mit 36 PS-Rucksackthermik, habe ich mich auch wieder einmal mit der ungeliebten Transponderpflicht beschäftig, die mich als 120 kg-Flieger ja eigentlich überhaupt nicht tangiert. Oder bin ich vielleicht doch davon betroffen? Und ggf. unter welchen Umständen?

Als Segelflieger gab es ja bekanntlich bis FL 100 so gut wie keine Höhenbeschränkung, Na ja, zumindest solange man sich außerhalb irgend welcher Beschränkungs- und Sperrgebiete aufgehalten hat. Aber jetzt bin ich mit meinem Song vielleicht ja auch ab und an einmal als "Sägezahn-Techniker unterwegs - was ist dann? Ganz neue Fragen und Denkansätze, über die es sich lohnt, vielleicht doch einmal ein paar Gedanken zu verschwenden.

Als Song-Sägezahntechniker unterwegs zu sein heißt: Mit optimaler Steigleistung möglichst hoch zu steigen und dann den Motor abzustellen. Bei gutem Wetter mit guter Sicht, wären dann schon 2.500 m als Ausgangshöhe wünschenswert, vielleicht auch noch den einen oder anderen Hunderter mehr. Nach dem Abstellen des Motors und mit eingeklapptem Propeller, könnten so bei bestem Gleiten 1.500 m - 2.000 m problemlos abgeglitten werden, bevor man erneut den Motor starten muss, was 25 - 30 Minuten Gleitzeit entsprechen dürfte. 30-35 Kilometer motorloser Gleitflug also und an thermisch aktiven Tagen auch entsprechend mehr. Macht riesigen Spaß und spart nebenbei noch eine ganze Menge Sprit.

Erste Gleitflugversuche an einem relativ windstillen Tag im September über Michelstadt, hatten Gleitflugzeiten von 13-15 Minuten für 1.000 m Höhenverbrauch bei 70-75 km/h ergeben. Zweitausend Meter Höhe abzugleiten würden somit eine Gleitstrecke von 35 km (+X bei Thermik) ergeben.

http;//UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2017/1730_Transponderpflicht_tangiert_mich_nicht/GT_D-MZKB_above_Michelstadt_3049.jpgGleitversuche im September 2017 über Michelstadt / Headerbild: Flug von Worms zurück nach Michelstadt, querab Ludwigshafen/Mannheim

Klingt doch recht verlockend, wenn da dem passionierten "Sägezahntechniker" bei seinem geplanten "Aufsteigen - Abgleiten - Aufsteigen - Abgleiten" bloß nicht die Transponderpflicht in die Quere käme. Ich weiß zwar derzeit nicht, ob es irgend einen 120 kg-Halter gibt, der sich den Luxus eines Mode-S Transponders gegönnt hat, getroffen habe ich bisher jedoch noch keinen. Wie dem auch sei, der LL´er mit Mode-S Transponder wäre diesbezüglich aus dem Schneider, LL´er ohne Transponder haben ab 5.000 ft/MSL ein Problem.

Zur Erinnerung einmal die bestehende Transponder-Regelung, wie man sie u. a. auch auf der Website des DAeC finden kann:
Alle Luftfahrzeuge (Flugzeuge, Hubschrauber, Luftschiffe, Segelflugzeuge, Motorsegler, Frei- und Fesselballone, Drachen, Flugmodelle und Luftsportgeräte) müssen mit einem Transponder ausgerüstet sein, wenn sie die folgenden Lufträume nutzen:
1. Lufträume der Klasse C sowie D (nicht Kontrollzone)
2. Lufträume mit vorgeschriebener Transponderschaltung (Transponder Mandatory Zone – TMZ)
3. im kontrollierten Luftraum bei Nacht
4. motorgetriebene Luftfahrzeuge, ausgenommen in der Betriebsart Segelflug,
- oberhalb 5.000 ft = 1524 m über NN oder
- oberhalb 3.500 ft = 1066 m über Grund
wobei jeweils er höhere Wert maßgebend ist

Punkt 1, 2 und 3 tangiert uns wohl eher nicht. In diesen Lufträumen wird sich wohl keiner von uns tummeln.

Punkt 4 hingegen ist jedoch für die "Sägezahn-Techniker" unter uns von Bedeutung, denn die legt uns in maximal 5.000 ft/MSL = 1.525 m/MSL einen Deckel auf. Wer seinen Sägezahn nach oben weiter ausdehnen will, der bewegt sich ab sofort auf illegalem Terrain, sofern er keinen Transponder mit an Bord hat oder eben "thermisch" höher steigen kann. Denn unter Punkt 4 gibt es eben die für uns Song´ler goldwerte Ausnahmeregelung die besagt, dass das Höhenlimit von 5.000 ft/MSL für motorgetriebene Luftfahrzeuge gilt, ausgenommen in der Betriebsart Segelflug! Und die 3.500 ft/AGL dürfte nördlich des Alpenbereiches wohl auch nicht zum Tragen kommen, höchstens punktuell und somit eher uninteressant für die große Menge der Flachland-Flieger wie mich.

Zum besseren Verständnis der unter Punkt 4 erläuterten Regelung, nachfolgend eine Grafik der DFS, die ich durch grüne, gelbe und rote Linien/Zonen ergänzt und dabei hoffentlich keine Fehler gemacht habe.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2017/1730_Transponderpflicht_tangiert_mich_nicht/GT_Luftraumstruktur-Deutschland_farblich-ergaenzt-3.jpgQuelle: DFS (Grafik vom Verfasser ergänzt durch grüne, gelbe und rote Bereiche)

Innerhalb des grünen Luftraums können wir uns somit "transponderfrei" bewegen, während die gelbe Zone den für motorgetriebene Luftfahrzeuge "transponderpflichtigen" Luftraum darstellt. Steht dagegen der Radaubold und wir befinden uns im Thermik- oder Segelflug, können wir uns im gelb markierten Luftraum auch ohne Transponder frei bewegen.

Sicherlich muss nicht extra darauf hingewiesen werden, dass wir (trotz Transponderschaltung) ohne vorherige Freigabe nichts in einer CTR zu suchen haben und auch Flugbeschränkungsgebiete (ED-R) nur durchflogen werden dürfen, wenn zuvor geklärt worden ist, dass diese zum Zeitpunkt des Durchflugs nicht aktiv sind.

Na also - geht dann ja doch über 5.000 ft/MSL, schließlich ist unser Song ja ein Motorsegler mit guten Thermikeigenschaften. Und ehrlich gesagt, möchte ich das laute Geplärre meines hitzköpfigen Italieners im Rucksack auch nur so lange ertragen müssen, wie es unbedingt notwendig ist. Wann immer es geht, werde ich dem Kerl hinter mir die Luft abdrehen, damit er die Klappe hält und sein Propeller aus lauter Scham in Deckung geht und sich zusammenfaltet.

In diesem Sinne freue ich schon auf die nächste Thermiksaison, wenn ich bei meinen Flügen den 5.000er-Deckel ohne Polini durchstoßen und thermisch bis zum 10.000er-Deckel vorstoßen kann.

Kommentare   

 
#1 Helmut Bach 2017-10-23 23:48
Hallo,
Freu dich bitte nicht zu früh:
Die Ausnahme wie in Punkt 4 steht gerade auf der Kippe. BFU empfiehlt ausnahmlos für jeden Luftraumnutzer ab 5000 einen Transponder. BMVI muss handeln. Der DHV arbeitet schwer dagegen da bei Gleitschirmen oder Drachen überhaupt nicht umsetzbar.
Sobald es etwas neues gibt sag ich dir Bescheid.
Gruß Helmut
_______________________________________________________

Hallo Helmut,

danke für deinen interessanten, wenn auch für uns thermik- und segelflugfähige Spezies eher unerfreulichen Kommentar. Ich hoffe nur, dass in dieser Sache nicht nur der DHV schwer dagegen arbeitet, sondern auch unser Dachverband mit am gleichen Strang zieht.

Schöne Grüße aus dem Odenwald

Klaus
 
 
#2 Frischling 2017-10-24 14:11
Wenn eine TransponderPFLICHT für alle ab 5000 kommt, dann möge die BFU auch eine Flarm-PFLICHT für alle motorisierten unter 5000 realisieren.

Mit einem Flarm-Empfänger(!) in einem Motorflugzeug (egal ob UL oder Echo) könnten die Segelflugzeuge viel früher erkennen und Ihrer Ausweichpflicht nachkommen. Und damit wären auch Transponder in Segelflugzeugen überflüssig. Weil die motorisierten diese schließlich dann auch elektronisch und nicht nur optisch erkennen können.
 

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