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Solar Impulse 2 - RTW Flight 5/12 Mandalay - Chongqing

Veröffentlicht am 31. März 2015
Zugriffe: 1411

http://UL-Segelflug.de/images/TS/TS_Solar_Impulse_2_RTW5_Flight_Mandalay_to_Chongqing_halbe_Strecke_Copyright_Solarimpulse_LiveTV.jpgSolar Impulse 2, RTW Flight 5/12 ist in Chongqing (China) angekommen. Pilot des Fluges: Bertrand Piccard, Initiator und Ideengeber der solaren Weltumrundung in 12 Teilsegmenten. Wie bisher, so verlief auch der Start zum 5. Streckensegment von Mandalay (Myanmar) nach Chongqing (China) problemlos. Der Start in Mandalay erfolgte am 30. März 2015, 03:36 LT (29. März 2015 / 21:06 UTC) bei völliger Dunkelheit. Alles läuft nach Plan. Dass der Flug jedoch kurz vor dem Ziel Chongqing noch recht spannend werden sollte, damit konnte zum Zeitpunkt des Abflugs aus Mandalay allerdings niemand rechnen. RTW Flight 5/12 sollte das bisher anspruchsvollste Streckensegment der solaren Weltumrundung werden.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solar-Impulse-2_RTW_Route5-gelb.jpgDie Wetterverhältnisse zum gewählten Zeitpunkt des Starts sind bestens: Außentemperatur 33°C, Rel. Luftfeuchtigkeit 43%, Wind mit 2 km/h aus Nord. Genau von vorne auf die Schnauze der SI2. Besseres Wetter für den Start des Riesenvogels kann man sich kaum wünschen.

Wieder einmal ist die Live-Übertragung für deutsche Beobachter von der GEMA blockiert, so dass der Start erneut nur über einen Alternativ-Kanal mittels kleinem Bild verfolgt werden kann. Aber selbst damit gibt es zeitweise Probleme.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_2Minuten_vor_Takeoff_Mandalay_Copyright_Solarimpulse_LiveTV.jpgSolar Impulse 2 in voller "Festbeleuchtung" 2:17 Minuten vor dem Start in Mandalay, im Cockpit Betrand Piccard

Inzwischen hat man sich an die GEMA-Blockade gewöhnt und ist als interessierter Beobachter schon mit dem Ton und dem eingeblendeten Minibild der Live-Übertragung zufrieden. Getreu dem Motto: Besser klein als gar nichts. Wechselnde Einblendungen aus dem Cockpit, von den Außenkameras an der Tragfläche und am Leitwerk sowie aus dem MCC in Monaco, machen die Übertragung recht interessant.

Etwas Sorge scheint der Flugleitung im MCC der Umstand zu machen, dass sie keine direkte Kommunikation mit dem ATC-Center in Chongqing führen kann, sondern über ATC-Peking als "Satellit" gehen muss. Das macht die Koordination nicht gerade einfach. Eine Besonderheit, die in der Fliegerwelt wohl eher selten anzutreffen sein dürfte.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_20Minuten_nach_Takeoff_Mandalay_Copyright_Solarimpulse_LiveTV.jpgSolar Impulse 2 nach 20 Minuten Flugzeit in einer Flughöhe von 1.060 ft und einer Fluggeschwindigkeit von 28 Knoten IAS

Um 21:26:22 UTC, 20 Minuten nach Takeoff in Mandalay, befindet sich die SI2 auf Nordkurs in einer Höhe von 1.060 ft  (323 m) mit einer Fluggeschwindigkeit von 28 Kt/IAS (52 km/h). Im und außerhalb des Cockpits ist es immer noch stockdunkel, wobei der Sonnenaufgang nicht mehr lange auf sich warten lassen dürfte. Den wird Bertrand Piccard jedoch ohne mich genießen dürfen, denn im Odenwald ist es auf Grund der Sommerzeit inzwischen kurz vor Mitternacht. Ich ziehe es somit vor, mich erst einmal ein paar Stunden in die Horizontale zu begeben. Schließlich hat die SI2 noch einen langen Weg vor sich.

http://UL-Segelflug.de/images/HT/HT_Solarimpule_Outside-Cam_0940_Odenwald-Time_Copyright_Solarimpulse_LiveTV.jpg07:39 UTC
Wieder sitze ich vor meinem Rechner und verfolge den weiteren Flug der SI2. Inzwischen ist Bertrand mit seinem "Sonnenflieger" zehneinhalb Stunden in der Luft. Etwas mehr als die Hälfte der heutigen Strecke ist somit geschafft. Die SI2 fliegt mit einer Geschwindigkeit von 36 Kt/IAS (66 km/h) in einer Flughöhe von 25.980 ft (7.920 m).

Die Batterypacks an Bord der Solar Impulse 2 sind schon lange wieder bis zum Anschlag aufgeladen. Eine wirtschaftlich sehr interessante Art der "kostenlosen Luftbetankung". Mit einer Treibstoffart, die nicht nur unendlich zur Verfügung steht, sondern bei ihrer Nutzung keinerlei Umweltverschmutzung verursacht. Weder während dem "Betankungsvorgang" noch beim späteren Verbrauch.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_0742UTC_nach_ca_halbe_Strecke_Chongqing_Copyright_Solarimpulse_LiveTV.jpghttp://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_1343UTC_Hoehenprofil-Batteryload_nach_ca_halbe_Strecke_Chongqing_Copyright_Solarimpulse_LiveTV.jpghttp://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_0742UTC_Batteryload_nach_ca_halbe_Strecke_Chongqing_Copyright_Solarimpulse_LiveTV.jpg

Wie dem Höhenprofil im oberen Schaubild zu entnehmen ist, hatte die SI2 bereits in der Anfangsphase des Fluges einen recht steilen Aufstieg auf etwas über 7.000 m zu bewältigen, um über die recht hohen Gebirgsketten des Himalayagebirges in den chinesischen Regionen Yunnan und Sichuan zu kommen. Die größte Flughöhe von 29.480 ft (8.985 m) wurde nach ca. 2/3 des Fluges erreicht, als Bertrand mit der SI2 noch einmal kräftig steigen musste. Und alles ohne Druckkabine und ohne Klimaanlage, bei Außentemperaturen von -20°C. Wahrlich keine Luxusreise. Fast 20 Stunden unter einer Sauerstoffmaske zu verbringen und bei eisigen Temperaturen so gut wie bewegungslos im engen Cockpit auf dem Pilotensitz "festgenagelt" zu sein, dazu muss man wohl geboren sein.

14:30 UTC (16:30 MESZ / 22:30 CST-Chongqing)
Zwei Stunden vor ETA Chongqing
hat die Batteriekapazität an Bord der SI2 auf ca. 70% abgenommen. Eine Nachladung per Sonnenenergie ist zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr möglich, denn die Sonne ist bereits seit ein paar Stunden im Westen versunken. Laut Anzeige ziehen die vier Elektromotoren zu diesem Zeitpunkt 18 KW. Würde diese Leistungsentnahme über einen Zeitraum von einer Stunde konstant bleiben, so würde sich die Batteriekapazität in dieser Zeit auf ca. 61% reduzieren. Damit würden immer noch genügend Energie-Reserven für die verbleibende letzte Flugstunde bis zur Landung in Chongqing zur Verfügung stehen. Ein sehr beruhigendes Gefühl, auch wenn es um Bertrand seit Stunden wieder rabenschwarze Nacht ist. Schade nur für uns als Beobachter, dass sich die Landung auch diesmal wieder in völliger Dunkelheit abspielen wird.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_2Stunden_vor_ETA_Chongqing_75Prozent_Batteryload_Copyright_Solarimpulse_LiveTV.jpghttp://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_2Stunden_vor_ETA_Chongqing_Copyright_Flightradar24.jpghttp://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_2Stunden_vor_ETA_Chongqing_Wetter-lokal_Copyright_Timeanddate-com.jpg

 

Noch 1:10 bis ETA Chongqing
Bertrand und die SI2 sind inzwischen auf 3.200 m abgestiegen, wo ihnen der Wind gerade kräftige Probleme bereitet. Seit längerer Zeit kommt die SI2 lt. Anzeige in Flightradar24.com und auch nach Cockpitinstrumenten, lediglich mit einer Geschwindigkeit von teilweise unter 10 km/h vorwärts, die Leistungsentnahme der vier Elektromotoren beträgt zu diesem Zeitpunkt 30 KW. Der Kampf gegen den starken Wind kostet Energie.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_1Stunden_vor_ETA_Chongqing_Copyright_Flightradar24.jpg

Zum Zeitpunkt des Screenshots (15:15 UTC) von Flightradar24.com fliegt die HB-SIB in einer Höhe von 3.221 m mit einer Geschwindigkeit von 6 km/h über Grund. Die aufgezeichnete Flugspur der SI2 sieht aus, als ob Bertrand versuchen würde, dem starken Gegenwind im Schutze des Bergrückens zu entkommen. Er hat in dieser Region bereits einige "Haken" geschlagen. Der Weiterflug scheint somit noch recht spannend zu werden, denn zum jetzigen Zeitpunkt wäre eine Landung in Chongqing auf Grund des dort herrschenden starken Querwindes (060°/12 kts) lt. Flugleitung nicht möglich.

15:38 UTC (23:38 LT)
Die HB-SIB befindet sich in 3.019 m Höhe und fliegt im Zickzack-Kurs mit 15 km/h in Richtung Norden. Die letzte Stunde wird wohl wirklich spannend werden.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_51Minuten_vor_ETA_Chongqing_Copyright_Flightradar24.jpg

39 Minuten vor ETA Chongqing
Nach längerer Bild- und Tonunterbrechung gelingt es mir endlich wieder, ein kleines Live-Bild aus dem Cockpit zu bekommen. Der Funkverkehr zwischen Bertrand Piccard und dem MCC läuft ohne erkennbare Hektik oder Nervosität auf beiden Seiten - Profis halt. Es ist schon beeindruckend, wie ruhig die ganze Sache trotz der Windprobleme auf dem letzten Stück der Strecke abzulaufen scheint.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_39Minuten_vor_ETA_Chongqing_Copyright_Solarimpulse_LiveTV.jpg

27 Minuten vor ETA Chongqing
Die Flugspur der SI2 sieht inzwischen aus, wie bei einem Streckenflieger, der knapp vor dem Heimatplatz mit dem Rest der schwächer werdenden Thermik kämpft und dabei verzweifelt versucht, sich mit dem letzten Rest der "sterbenden Thermik" an den Hangkanten entlang nach Hause zu mogeln. Doch in diesem Fall sieht die Sache natürlich ganz anders aus. Bertrand "parkt" südlich von Chongqing, da der Wind am Zielflughafen zu diesem Zeitpunkt immer noch zu stark und böig ist, um die SI2 dort sicher zu landen. Außerdem verzögert ATC-Chongqing 25 Minuten vor geplanter ETA auf Grund starken Verkehrsaufkommens den weiteren Anflug der SI2 mit einem Holding südlich Chongqing.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_27Minuten_vor_ETA_Chongqing_Copyright_Flightradar24-com.jpg

Neue ETA 17:00 UTC
Auf Grund des Holdings und der Verzögerungen durch den starken Wind, wird als neue ETA nun 17:00 UTC heraus gegeben. 20 Minuten zuvor sieht es so aus, als ob der Wind am Zielflughafen nachlassen hat und die neu angepeilte Landezeit gehalten werden kann. Kurz vor 17:00 UTC muss die ETA jedoch erneut verschoben und auf 17:30 UTC (02:30 LT) festgesetzt werden. Die Zeitzone Chongqing liegt UTC um +8 Stunden voraus.

17:05 UTC - Windverhältnisse wurden besser
25 Minuten vor dem neuen ETA haben sich die Windverhältnisse extrem gebessert. Der Wind hat abgeflacht und in nördliche Richtung gedreht, so dass er fast genau auf der Bahn steht. Dem Landeanflug steht somit nichts mehr im Wege und Bertrand erhält die Freigabe zum direkten Anflug auf den Flughafen von Chongqing, der sich 21 km nordöstlich der Stadtmitte befindet. Von der links unter ihm liegenden Stadt Chongqing, in der 4,3 Millionen Menschen auf engstem Raum leben, dürfte er beim Vorbeiflug nur ein riesiges Lichtermeer gesehen haben, was sicherlich bei der vorherrschenden guten Sicht recht malerisch ausgesehen haben muss. Von der extremen Verschmutzung des Yangtze dürfte er indes aus seiner Höhe nicht viel mitbekommen haben.

http://UL-Segelflug.de/images/GTGT_Solarimpulse2_30Minuten_vor_ETA_Chongqing_Copyright_Flightradar24.jpg

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Chongqing_Night_Yuzhong_Copyright-Jonipoon.jpg„Chongqing Night Yuzhong“ von Jonipoon - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY 3.0 über Wikimedia Commons (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Chongqing_Night_Yuzhong.jpg#/media/File:Chongqing_Night_Yuzhong.jpg)

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Skyline_of_Chongqing_von-Oliver-Ren.jpg„SkylineOfChongqing“ von Oliver Ren - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons (http://commons.wikimedia.org/wiki/File:SkylineOfChongqing.jpg#/media/File:SkylineOfChongqing.jpg)

ATA Chongqing 01:30 LT (17:30 UTC)
Nach einer Flugzeit von 20:29 Stunden und einer großen Ehrenrunde über dem Verkehrsflughafen von Chongqing, setzt Bertrand Piccard die Solar Impulse 2 dann endlich sicher auf der Runway 02 von Chongqing auf und rollt zum vorgesehenen Abstellplatz. Wie immer wurde die SI2 auf der Runway von "Airplane-Catchern" auf E-Bikes verfolgt und zur Sicherung an der Haltestange an beiden Tragflächen "eingefangen und gesichert".

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_Landung_Chongqing_Copyright_Flightradar24.jpg

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solar_Impulse_2_RTW_5th_Flight_Mandalay_to_Chongqing_landing_Copyright-Revillard-Rezo-ch.jpg

http://UL-Segelflug.de/images/GT/GT_Solarimpulse2_RTW_5th_Flight_Mandalay_to_Chongqing_landing_Copyright_Revillard_Rezo-ch.jpgBertrand Piccard nach Ankunft in Chongqing

Pit-Stop muss verlängert werden
Während für Chongqing ursprünglich lediglich ein Pit-Stop mit ca. 12-stündiger Aufenthaltsdauer geplant war, ist daraus erst einmal nichts geworden. Die Wetterverhältnisse lassen es in den nächsten Tagen wohl nicht zu den Weiterflug nach Nanjing im äußersten Osten Chinas anzutreten. Der Aufenthalt in Chongqing muss um einige Tage verlängert und auf besseres Wetter gewartet werden.

RWT Flight 6/12 mit André Borschberg im Cockpit der SI2
Pilot des 1.375 km langen und voraussichtlich ebenfalls 20 Stunden dauernden Fluges von Chongqing nach Nanjing, RWT 6/12, wird dann wieder André Borschberg sein, der nach letzter Entscheidungen des Solar Impulse Safety Revue Boards, auch das erste Segment der Pazifik-Überquerung übernehmen wird. Beim Flug von Nanjing nach Hawaii, RTW Flight 7/12, sind 8.172 km zurück zu legen. Der dann längste Flug der SI2 wird voraussichtlich 120 Stunden (5 Tage & 5 Nächte) dauern.

 

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