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Leitfaden für den richtigen Umgang mit Epoxidharz-Systemen

Veröffentlicht am 12. Dezember 2014
Zugriffe: 4560

UL-Segelflug.de/images/TC_Allergische-Hautreaktionen-Haende_Copyright_BG-Bau.jpgEpoxidharze wirken reizend, ätzend und sind hochpotente Allergene, die Allergien an der Haut und in den Atemwegen hervorrufen. Gefährdungen gehen dabei nicht nur vom Harz, sondern auch vom Reaktivverdünner und vom Härter aus, solange die Komponenten noch nicht miteinander reagiert haben bzw. noch nicht vollständig ausgehärtet sind. Wenn Monomere (unausgehärtete Moleküle) im technisch ausgehärteten Produkt verblieben sind, können diese aus Schleifstäuben freigesetzt werden und ebenfalls Allergien hervorrufen. Aus diesem Grunde stellen Schleifstäube grundsätzlich eine Gesundheitsgefährdung dar.

Nachdem 16 Teilnehmer beim 3. VMLL-Workshop "Laminieren in der Praxis" hinreichend Fertigkeiten zur Herstellung von GfK- und CfK-Bauteilen erlernen konnten, soll im Nachgang zum Workshop auch einmal explizit auf die dabei lauernden Gesundheitsgefahren und auf entsprechende Schutzmöglichkeiten beim Umgang mit Epoxidharzen aufmerksam gemacht werden.

Jedes Jahr erkranken viele Beschäftigte in der Industrie und im Baugewerbe infolge von Hautkontakt mit nicht ausgehärteten Epoxidharzen an Hautallergien (Ekzemen). Häufig sind diese Menschen nicht mehr in der Lage, in ihrem Beruf weiterhin mit Epoxidharzen zu arbeiten. Viele sind aber auch gezwungen, ihren ausgeübten Beruf gänzlich aufzugeben. Da auch wir z. B. in der Vereinswerkstatt oder in der Werkstatt zuhause, bei der Flugzeuginstandhaltung oder der Reparatur / Anfertigung neuer Verbundbauteile immer öfter mit Epoxidharzen in Verbindung kommen, sind wir den gleichen Gefahren ausgesetzt.

Epoxidharze werden im Allgemeinen als Zweikomponentensysteme verwendet, die sich aus Harz und Härter zusammensetzen. Manchmal kommt noch eine dritte Komponente Reaktivverdünner hinzu, um das Harzgemisch fließfähiger zu machen.

UL-Segelflug.de/images/HT/Epoxidhar-Gefahrensymbole_1919.jpg
Bei der Verarbeitung der Komponenten sind die jeweiligen Kennzeichnungen auf den Gebinden sowie die vom Hersteller/Lieferanten mitgelieferten Sicherheitsdatenblätter und die technischen Produktinformationen zu beachten. Gefahrensymbole mit der Aufschrift Reizend / Ätzend / Umweltgefährlich sollten ernst genommen und entsprechende Schutzausrüstung wie Gummihandschuhe und Augenschutzbrille getragen werden.

Selbstredend, dass die Alten Hasen dabei mit gutem Beispiel vorangehen sollten! Schließlich lernen die noch jungen und im Umgang mit Gefahrstoffen unerfahrenen Vereinsmitglieder / Jugendliche besonders durch das Abschauen von uns Alten und durch das Nachmachen. Schlechte Beispiele wie mangelndes Sicherheitsbewusstsein und die Missachtung von Gesundhets- und Arbeitsschutzverfahren werden dabei schnell als "normal bzw. richtig" übernommen, was später nur noch sehr schwer oder überhaupt nicht mehr korrigiert werden kann.

Grundsätzlich gilt, dass bei der Verarbeitung Hautkontakt mit Harz, Härter und Reaktivverdünner zu vermeiden ist sowie Schutzbrille und geeignete Schutzhandschuhe zu tragen sind. Einweg-Latexhandschuhe von Aldi/Lidl sind für den Haushalt, Garten- und Reinigungsarbeiten gemacht. Sie haben keinen Chemikalienschutz und sind somit für Laminierarbeiten mit Epoxidharzen völlig ungeeignet!

Epoxidharze enthalten potente Allergene, die bei Hautkontakt rasch zu schweren Hauterkrankungen führen können. Gegen diese Substanzen bieten nur geeignete Schutzhandschuhe aus Nitril- oder Butylkautschuk einen ausreichenden Schutz. Der durch Hautschutzpräparate / Hautschutzmittel aufgebaute Schutzfilm bietet keinen Schutz vor der Einwirkung der allergieauslösenden Inhaltsstoffe. Hautschutzpräparate / Hautschutzmittel sind daher bei der Möglichkeit eines direkten Hautkontaktes zu Epoxidharz-Produkten kein Ersatz für Schutzhandschuhe! Für den ergänzenden Schutz unbedeckter Körperteile ohne Hautkontakt zu Epoxidharz-Produkten (Gesicht, Halsbereich usw.) können Hautschutzmittel zum Schutz gegen nicht wasserlösliche Arbeitsstoffe verwendet werden.

Im Sicherheitsdatenblatt stehen zusätzlich bei Xi - Reizend z. B. folgende Hinweise:
> R 36/38 - Reizt die Augen und die Haut, sowie
> R 43 - Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich.
Letzteres bedeutet, dass ein Hautkontakt mit diesen Stoffen zu allergischen Reaktionen führen kann und aus leidvollen eigenen Erfahrungen höchstwahrscheinlich auch dazu führen wird!

Beim Gefahrensymbol C - Ätzend können zusätzliche Gefahrenhinweise stehen, wie z-B.:
> R 20/21/22 - Gesundheitsschädlich beim Einatmen, Verschlucken und bei Berührung mit der Haut
> R 34 - Verursacht Verätzungen und
> R43 - Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich (siehe zuvor)

Nachfolgende Tabelle listet die 11 Produktgruppen auf, denen die meisten Epoxidharz-Produkte zugeordnet sind:

 RE 0  Epoxidharzdispersionen
 RE 1  Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, lösemittelfrei
 RE 2  Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, lösemittelarm
 RE 2.5  Epoxidharz-Produkte, lösemittelhaltig
 RE 3  Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, lösemittelhaltig
 RE 4  Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, giftige Einzelkomponente, lösemittelarm
 RE 5  Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, giftige Einzelkomponente, lösemittelhaltig
 RE 6  Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, giftig, lösemittelarm
 RE 7  Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, giftig, lösemittelhaltig
 RE 8  Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, krebserzeugend, lösemittelarm
 RE 9  Epoxidharz-Produkte, sensibilisierend, krebserzeugend, lösemittelhaltig

Es ist also im Grunde genommen egal, in welche Produktgruppe die bei uns in den Werkstätten verwendeten Epoxidharze fallen, in jedem Fall handelt es sich um gesundheitsgefährdende, giftige oder/und krebserzeugende Cocktails, die man auf körperlichen Abstand halten sollte.

Nicht umsonst stehen auf dem Etikett in rot aufgedruckte Wichtige Hinweise!

- Reizt die Augen und die Haut
- Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich (siehe oben)
- Bei Berührung mit den Augen gründlich mit Wasser ausspülen und Arzt konsultieren
- Bei Berührung mit der Haut sofort mit viel Wasser und Seife abwaschen
- Bei der Arbeit geeignete Schutzhandschuhe und Schutzbrille / Gesichtsschutz tragen
- Giftig für Wasserorganismen
- Freisetzung in der Umwelt vermeiden
- Nur in gut belüfteten Räumen verwenden.

Das oben abgebildete Epoxidharz dünstet bei der Verarbeitung keine stinkende / beißende Dämpfe aus und vermittelt so den trügerischen Eindruck, dass eine gute Durchlüftung / Luftabsaugung nicht erforderlich sei. Wohl dem, der die Hinweise aufmerksam liest und daraus seine Konsequenzen zieht.

Epoxidharz-verursachte Kontaktekzeme treten häufig bereits nach relativ kurzen Expositionszeiten (Tage, Wochen) auf, wobei die Hauterscheinungen nicht nur auf die direkten Kontaktzonen begrenzt sein müssen. Sie können als aerogene Kontaktekzeme auch im Gesicht und an anderen unbedeckten Hautpartien auftreten.

Das Einatmen von Lösemitteldämpfen kann zu Kopfschmerzen führen und auch andere Teile des Körpers in Mitleidenschaft ziehen / schädigen (z.B. das Nervensystem).

Werden aus Epoxidharz gefertigte Werkstücke nachbearbeitet, können auch die hierbei entstehenden Schleif- und Frässtäube zu Hauterkrankungen und Atemwegsbeschwerden führen. Staubschutz- usw. Atemschutzmasken sind dabei ein absolutes MUSS!

Wer also mit Epoxidharz gearbeitet hat und Tage oder Wochen später Hautreizungen, Hautrötungen oder Hautekzeme bekommt, der sollte vorsorglich schon mal einen Hautarzt aufsuchen.

Essen, Trinken und Rauchen ist in den jeweiligen Arbeitsbereichen untersagt!

Das ist natürlich alles nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern entsprechenden Broschüren /Schriftsätzen diverser Berufsgenossenschaften entnommen und hier lediglich "auszugsweise" wieder gegeben. Wer mit Epoxidharz-Produkten hantiert, der sollte sich in seinem persönlichen Interesse einmal die Zeit nehmen, sich mit den von diesen Stoffen ausgehenden Gesundheitsgefahren sowie den möglichen Schutzmaßnahmen eingehend zu beschäftigen.

Copyright Bildmaterial "Allergische Hautreaktionen durch Epoxidharze" bgbau-medien.de

Ein paar nützliche Links zum Thema sind nachfolgend zu finden:

BG-Bau:Vorsicht beim Umgang mit Epoxidharzen

BG-Bau: Praxisleitfaden für den Umgang mit Epoxidharzen

Leitfaden Amt für Arbeitsschutz-Hamburg

GUV-Regel Tätigkeiten mit Epoxidharzen

SETON-Gefahrstoffkennzeichnung

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