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Forschungsflugzeuge - Fliegen für die Wissenschaft

Veröffentlicht am 08. September 2015
Zugriffe: 1916

http://UL-Segelflug.de/images/TS_Forschungsflugzeuge_Copyright_Motorbuch-Verlag.jpgFliegen für die Wissenschaft ist eines der spannendsten Themen der Fliegerei, schließlich bedürfen wissenschaftliche Versuche und Unternehmungen ganz besonderer, weil sehr spezialisierter Fluggeräte, um z. B. die obere Atmosphäre, unterschiedliche Wettersysteme, große Wasser- oder Landflächen sowie spezielle Gebiete wie die Arktis oder Antarktis zu erforschen. Die hierfür benötigten Flugzeuge gibt es natürlich nicht "von der Stange"; sie sind eine eigene Klasse für sich und häufig aufwändig umgebaute Sonderanfertigungen.
Und obwohl die Luftfahrtforschung eines der spannendsten Themen der Fliegerei darstellt, ist das Thema in der Öffentlichkeit recht wenig bekannt, was Horst W. Laumanns mit diesem Buch gerne ändern möchte.

Das Buch ist in erster Linie der deutschen Luftfahrtforschung gewidmet - ein weiterer Band mit internationalen Projekten ist jedoch bereits in Vorbereitung.

Der Anfang des Buches ist der Geschichte der "Polarforschung aus der Luft" gewidmet, wobei die Technik der dabei eingesetzten Flugzeuge etwas zu kurz kommt. Dies dürfte allerdings dem Umstand geschuldet sein, dass der Autor vermutlich nicht genügend Einzelheiten zu den Flugzeugen und deren "wissenschaftlichen Innereien" in Erfahrung bringen konnte, da es hierbei in der Hauptsache um die Polar- und Meeresforschung am Alfred-Wegener-Institut selbst geht und über die dabei eingesetzten Flugzeuge von damals wohl wenig Informationen zur Verfügung gestellt werden konnten. Schöne und interessante Flugzeugfotos mit spezieller Lackierung entschädigen allerdings dann doch etwas für das arktis- und antarktislastige erste Drittel des Buches.

Für Luftfahrtenthusiasten, die sich verständlicherweise an erster Stelle für die Besonderheiten der zum Einsatz kommenden Flugzeugtypen sowie deren spezielle Einbauten interessieren dürften, wird es ab Seite 62 interessant. Ab hier geht es ausschließlich um die Fluggeräte des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt). Dass die Flugbetriebe des DLR in Braunschweig, Oberpfaffenhofen und Stuttgart die größte zivile Forschungsflotte Europas betreiben, dürfte nur wenigen bekannt sein. Auf der Halterliste des DLR stehen nicht nur Verkehrsflugzeuge und Hubschrauber verschiedenster Typen und Bauart, sondern auch diverse Segelflugzeuge und Luftschiffe. Sie alle sind nicht nur fliegende Technologieträger, sondern auch selbst Gegenstand der DLR-Luftfahrtforschung. Ihre Piloten verfügen über eine hohe Spezialisierung bis hin zur Testpilotenlizenz, um den sehr anspruchsvollen und häufig sehr ungewöhnlichen Anforderungen zu genügen, die sich aus den wissenschaftlichen Aufträgen ergeben.

Jährlich stehen bis zu drei Dutzend wissenschaftliche Missionen mit bis zu 250 Flugstunden in den Flugbüchern eines jeden Fluggerätes. Unterschiedlichste Forschungsprojekte und Flugzeugeinsätze erfordern teils umfangreiche Umrüstungen der Maschinen bis hin zu luftfahrttechnischen Änderungen. Die dafür notwendige Entwicklungs- und Zulassungsprozesse werden vom DLR selbst sichergestellt. In seinen Flugbetrieben und Forschungsinstituten sind dafür eigene Entwicklungs- und Musterprüfingenieure verantwortlich, denn je nach Aufgabenstellung kann solch ein Prozess bis zur Zulassung mehrere Monate dauern.

Ein besonderer "Exot" innerhalb der DLR-Flotte ist die DO 728, deren Serienfertigung wegen Insolvenz von Fairchild-Dornier, bereits zwei Wochen nach dem Rollout des ersten Prototypen eingestellt worden war. Im Rahmen der Versteigerung der Insolvenzmasse konnte das DLR den ersten Prototyp (Test Aircraft 728 No.1) zum Spottpreis von nur 19.000 € erwerben. Ein absolutes Schnäppchen für Versuche am DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik, dessen Kosten für akustische, thermodynamische und strömungstechnische Forschungen somit außerordentlich kostengünstig gestaltet werden können.

Die Einsatzgebiete der DLR-Flotte erstrecken sich von Grönland und Spitzbergen bis in die Antarktis, von den USA über Europa und Russland bis Japan.

Fazit: Ein sehr schön gestaltetes Buch mit äußerst interessantem Inhalt und selbst für "Fußgänger" sehr verständlich verfasst. Zu jedem Flugzeugtyp gibt es farblich abgesetzte "Allgemeine & Technische Daten". Zahlreiche Farbfotos von bester Qualität und Aussagekraft sorgen für eine ausgewogene Auflockerung des Lesestoffs.

Uneingeschränkte Kaufempfehlung!

Horst W. Laumanns
Forschungsflugzeuge - Fliegen für die Wissenschaft

 

Motorbuch-Verlag
ISBN: 978-3-613-03742-7
Titel-Nr.: 03742
Einband: gebunden
Seitenzahl: 160
Abbildungen: 32 s/w Bilder & 122 Farbbilder
Format: 170mm x 240mm
Erschienen: 04/2015
Preis: 24.90 €

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