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Vision aus Downunder: Cabrio-Motorsegler für acht Personen

Veröffentlicht am 09. April 2013
Zugriffe: 5094
http://UL-Segelflug.de/Bild/TC/8-Sitzer-Mose_Hybrid_Sydney.jpg "Du Spinner! Dieses Ding wird niemals abheben". Das war der erste Kommentar, mit dem sich ein Zweifler unter dem Pseudonym "smarty" auf blog.cafefoundation.com verewigt hat, nachdem dort der erste Artikel über dieses futuristisch anmutende Flugzeugprojekt unter dem Titel "A Tea Room in the Sky" erschienen war. Doch Zweifler gab es schon zu Zeiten Lilienthals, bei den Gebrüdern Wright und vielen anderen danach, wenn sie von ihren revolutionären Flugzeugkonstruktionen "faselten", die manchem Flugpionier beim Versuch der Umsetzung das Leben gekostet hat.

Zweifler wird es in der Luftfahrt immer geben, die neue Ideen für undurchführbar und den Visionär für einen Spinner halten. Doch wo stünde die Luftfahrt heute, wenn es nicht schon immer große Visionäre gegeben hätte, die trotz Spott und Häme an sich und ihre Idee geglaubt und unbeirrt daran weiterentwickelt hätten?

 http://UL-Segelflug.de/Bild/HT/RichardGlassock.jpgZugegeben, die Vision von Richard Glassock, dem 42-jährigen Ingenieur, Konstrukteur und Piloten aus Brisbane/Australien, sie sieht schon recht verwegen aus. Einen zweimotorigen Motorsegler mit Hybridantrieb für acht Personen zu entwickeln, bei dem sich die Passagiere auch noch an einem Tisch im oben offenen Flugdeck gegenüber sitzen, wer könnte so eine verrückte Idee für bare Münze halten und gar an deren Verwirklichung glauben. Zu verwegen scheint die Cabrio-Idee doch auf den ersten Blick zu sein, als dass sie funktionieren könnte. Der Konstrukteur indes glaubt fest daran, dass seine futuristische Idee schon bald verwirklicht werden kann. Natürlich sprengt die visionäre Konstruktion jeglichen Rahmen bisheriger Denkansätze, denn schon der Anblick seines gigantisch-futuristischen Fluggerätes lässt erahnen, dass deren Umsetzung mit einem erheblichem Gewicht verbunden sein muss.

Auf Nachfrage geht Richard nach ersten Überlegungen bei durchgängiger Zellenkonstruktion aus modernsten Faserverbundwerkstoffen (geschätzt) von folgenden Eckdaten aus:
Leergewicht: 1.400 kg (inkl. 200 kg Akku)
MTOW:           4.000 kg
Vmax:                220 km/h (120 kt)
Vmin:                  65 km/h (35 kt mit Fowler-Flaps)
Spannweite:       42 m

http://UL-Segelflug.de/Bild/GT/8-Sitzer-Motorsegler_Hybridantrieb_offen.jpg

42 m Spannweite machen es natürlich schwierig, von kleineren Flugplätzen aus zu starten oder dort zu landen. In der Gegend, in der Richard in Australien lebt und fliegt, gibt es aber auch ein paar größere Regional-Flugplätze wie z. B. Kingaroy und Coolangatta, auf denen Start und Landung seines 8-sitzigen Cabrio-Giganten problemlos möglich wären. Das klingt zwar alles sehr verwegen, doch so ganz aus der Welt scheint die Idee bei näherer Betrachtung dann doch nicht ganz zu sein. Schließlich gab es schon vor mehr als 70 Jahren (Lasten)-Segler, die voll beladen das Zehnfache an Gewicht auf die Waage brachten (ME 321-Gigant) und eine Spannweite von 55 m hatten.

http://UL-Segelflug.de/Bild/GT/8-Sitzer_Mose-Hybrid_Cabrio.jpg

Die Computersimulationen zeigen, wie sich Richard Glassock das Flugzeug seiner Träume vorstellt.

Ob jedoch jemals eine Luftfahrtbehörde einem Passagierflugzeug in Cabrio-Ausführung die erforderliche Musterzulassung erteilen wird, das steht auf einem anderen Blatt. Mit geschlossener Passagierkabine, bei der die obere Hälfte aus Plexiglas gefertigt ist, könnten die Aussichten für eine behördliche Absegnung indes schon eher gegeben sein, schließlich ist auch der Einbau einer Kaffeemaschine und einer Bordtoilette in der Planung, zu deren Benutzung sich die Passagiere aus ihrem Sitz erheben und dort hin bewegen müssten.

Die Idee für ein mehrsitziges Passagierflugzeug mit Cabrio-Kabine kam dem Konstrukteur bereits vor 15 Jahren, als er mit einem Hängegleiter in der australischen Thermik bis zur Wolkenbasis stieg. „So etwas müsste man mit Freunden machen können, in einem Flugzeug mit offener Kabine mehreren Fluggastsitzen“, war der Traum des Konstrukteurs, den die Idee seither nicht mehr losgelassen hat. Und wie man auf den Bildern sehen kann, hat die Idee inzwischen Formen angenommen.

http://UL-Segelflug.de/Bild/GT/8-Sitzer_Mose-Hybride_GoldCoast.jpg

Gestartet werden soll im F-Schlepp am Haken einer Pilatus Porter oder Cessna Caravan. Unterstützt werden soll der Schleppzug durch die beiden E-Motoren, die von Hochleistungs-Akkus ihre Energie beziehen, die wiederum von einem Generator nachgeladen werden, der von einer Jet-Turbine angetrieben werden soll. Bei einer Schleppzeit von ca. 10 Minuten könnte das Gespann dann in der Thermik sein, das Schleppseil ausgeklinkt und der weitere Flug mit abgestellter Turbine entweder im reinen Segelflug, oder alternativ mit weiterer Unterstützung der beiden Elektromotoren fortgesetzt werden.

Natürlich braucht Richard für die Umsetzung seiner Idee auch erst einmal ein entsprechendes Startkapital, das er mit 5 Mio. A$ anvisiert. Zu diesem Zweck geht er den Weg einer öffentlichen Sammelaktion auf www.pozible.com/project/19804, wo nach fünf Tagen bereits 15.505 A$ Spendengelder eingetragen sind. Die Gelder fließen allerdings nur dann, wenn am Ende einer 90-tägigen Laufzeit des öffentlichen Spendenaufrufs das anvisierte Ziel von 5 Mio. A$ auch erreicht worden ist. Dass so etwas tatsächlich funktioniert, das haben in der Vergangenheit schon viele andere Projekte glaubhaft unter Beweis gestellt, zuletzt ein Filmprojekt von Anthony McQuiggan mit dem Titel „Wings over Sweden“. Spendenziel der Filmemacher waren 34.000 Pfund, die bereits nach 28 Tagen eingesammelt waren. 180 Unterstützer waren bereit, Geld für die Filmidee zu spenden.

Bleibt zu hoffen und dem Visionär zu wünschen, dass er seinen Traum vom 8-sitzigen Hybrid-Motorsegler tatsächlich in die Tat umsetzen kann.

Mit Cabrio oder Senkrechtstarter der Sonne entgegen LuftSport-Magazin 2-2013 (2,69 MB)

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