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XS-12 Sagitta, neues UL-Segelflugzeug aus Tschechien

Veröffentlicht am 23. Januar 2015
Zugriffe: 6279

http://UL-Segelflug.de/images/TC/XS-12-Sagita__Copyright_Radek-Hucik_DSCN0020.jpgRadovan (Radek) Hučík (rechts im Bild) aus Radisov/Tschechien, hat ein vielversprechendes UL-Segelflugzeug konstruiert, das die Typenvielfalt im UL-Segelflug bereichern wird. Im Gegensatz zu sonstigen Bauprojekten in der ULSF-Szene, bei denen es sich meist um Einzelstücke handelt, möchte Radek seine XS-12 Sagitta in Serie bauen und zum Verkauf anbieten.

Nach ersten unverbindlichen Schätzungen des Konstrukteurs, könnte die hauptsächlich in Carbon gefertigte "XS-12 Sagitta" zum Preis von ca. 25.000 € angeboten werden. Ob diese wohl recht optimistische Preiskalkulation am Ende auch gehalten werden kann, bleibt indes abzuwarten.

Radek Hučík, ist seit einigen Jahren in seiner Heimat Tschechien im Flugzeugbau tätig und fertigt dort für verschiedene Kleinflugzeuge Teile aus GfK und CfK. 2012 hat er in seinem Betrieb mit dem Bau der XS-12 Sagitta begonnen, die er zusammen mit seinem Kollegen und Ingenieur Victor Ducháček entwickelt hat. Ende August 2013 war der Prototyp dann soweit fertiggestellt, dass sie, mit Dedera Milo š als Testpilot im Cockpit, zum Jungfernflug abheben konnte.

Sowohl der Erstflug wie auch die weiteren Testflüge sind nach eigener Aussage von Konstrukteur und Testpilot positiv verlaufen. Besonders wichtig ist den Konstrukteuren dabei die Tatsache, dass die XS-12 Sagitta auch im Langsamflug sehr stabile Flugeigenschaften aufweist.

Am 20. September 2014 konnte ich die SX-12 auf der Wasserkuppe erstmals auch persönlich in Augensschein nehmen. Natürlich war ich dabei mit der Hoffnung auf die Wasserkuppe gefahren, die XS-12 an diesem Tag auch selbst einmal fliegen zu können. Leider hatte der Wettergott die "Kuppe" wieder einmal mit fast aufliegender Bewölkung und miserablen Sichtverhältnissen ausgestattet und mir damit zu meinem Leidwesen kräftig in die Suppe gespuckt. An Probeflug war an diesem Tag somit überhaupt nicht zu denken, so dass ich mich mit "Probesitzen" begnügen musste.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/XS-12_Sagitte_Klaus_Waku-probesitzen_Copyright_Klaus-Burkhard_7046.jpghttp://UL-Segelflug.de/images/GT/XS-12_Sagitta_Doppelpack_Klaus-probesitzen_Waku_Copyright_Klaus-Burkhard.jpg

Auffallend ist der relativ hohe Rumpf im Bereich der Tragflächen, der beim ersten Anblick etwas an eine ASK21 erinnert und den falschen Eindruck erweckt, dass es sich um ein relativ schweres Segelflugzeug handeln müsste. Doch mit einem Leergewicht von 110 kg liegt das Flugzeug voll innerhalb der Gewichtsgrenze gemäß LTF-L und könnte somit problemlos auch in Deutschland als UL-Segelflugzeug betrieben werden.

Der Einstieg in das Cockpit gestaltete sich, im Gegensatz zum Banjo, als sehr problemlos, was insbesondere im Alter bereits etwas fortgeschrittenere Piloten zu schätzen wissen. Ein sehr geräumiges Cockpit mit angenehmer Sitzposition sowie ausreichender Bein- und Armfreiheit, sorgen sicherlich für einen ermüdungsfreien Flug. Gewöhnungsbedürftig und sicherlich verbesserungswürdig, sind aus meiner Sicht jedoch der relativ große und etwas "grobschlächtig" wirkende seitlich angeordnete Steuerknüppel sowie der Klappenhebel.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/XS-12_Sagitta_I-Brett+Sidestick+Klappenhebel_Waku_Copyright_Klaus-Burkhard.jpg

Auch beim Instrumentenbrett dürfte es sich noch nicht um die endgültige Ausführung handeln, denn alleine die fehlende Abdeckung wird für reichlich störende Haubenspiegelungen sorgen.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/XS-12_Sagitta_Doppelpack_Sidestick+Klappenhebel_Waku_Copyright_Klaus-Burkhard.jpg

Natürlich darf man bei allen kritischen Anmerkungen zur Bauausführung aber nicht vergessen, dass es sich erst um den Prototyp der XS-12 Sagitta handelt und die Erbauer an konstruktiver Kritik für mögliche Verbesserungen interessiert sind. Einmal abgesehen davon, dass der seitlich angeordnete Steuerknüppel sowohl in der Form, als auch in der Größe und Ausführung noch reichlich Verbesserungspotential aufweist, ist dagegen die seitliche Anordnung für mich ein ganz erheblicher Pluspunkt. Bereits bei meinem ersten Flug im ULF-1 sowie bei meinem Erstflug im Archaeopteryx, habe ich die Vorteile des seitlich angebrachten Steuerknüppels schätzen und lieben gelernt. Warum der Steuerknüppel bei herkömmlichen Segelflugzeugen in der heutigen Zeit immer noch zwischen den Pilotenbeinen angebracht sein muss, ist mir inzwischen ein völliges Rätsel. Spätestens beim Slip lernt man die Vorzüge der seitlichen Knüppelanordnung zu schätzen, wenn kein Oberschenkel den Vollausschlag be- oder verhindert und der Slip nicht mehr zur Krampffigur ausartet.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/XS-12_Sagitta_Waku-2014_Copyright_Klaus-Burkhard_7059.jpgRadek Hučík (rechts) und Dedera Miloš (links) mit der XS-12 Sagitta auf der Wasserkuppe

Insgesamt ist die XS-12 Sagitta sicherlich ein sehr gelungener Wurf, wenn auch an der einen oder anderen Stelle noch Verbesserungsbedarf besteht. Bleibt zu hoffen, dass nach Überarbeitung des Prototyps und erfolgreich abgeschlossenen Testflügen, der Serienbau des vielversprechenden UL-Segelflugzeugs bald aufgenommen werden kann.

Technische Daten SX-12 Sagitta

Konstruktion und Bauausführung Radek Hučík & Victor Ducháček
Herkunftsland Tschechische Republik
Länge   5,8 m
Spannweite  11,0 m
Leergewicht 110 kg
max. Zuladung 125 kg
MTOW 235 kg
Vmin  45 km/h
Vne 150 km/ñ
Gleitzahl 32 (bei 82 km/h)
Min. Sinken 0,7 m/s
Lastvielfaches +4,0 g / -2,0 g

Neben der reinen Seglerversion kann die XS-12 Sagitta aber zum Eigenstarter mit Verbrennungsmotor bzw. in Zukunft auch mit E-Antrieb umgerüstet werden, wobei es sich hierbei um eine etwas ungewöhnliche Konstruktionsvariante handelt, über die ich mir zum jetzigen Zeitpunkt allerdings kein Urteil erlauben möchte. Da das Leergewicht der motorisierten Variante sicherlich jenseits unseres Gewichtslimits von 120 kg liegen dürfte, wäre sie bei uns höchstens als UL zulassungsfähig.

http://UL-Segelflug.de/images/GT/XS-12_Sagitta_Eigenstarter_Copyright_Radek-Hucik.jpg

Kommentare   

 
#1 Werner Metzger 2015-01-23 22:55
Hallo Klaus,
die Tschechen bringen das schon hin.
Bitte sag den Konstrukteuren,sie sollen doch an der Form des Seitenruders noch etwas für die Optik tun,
dann ist der Flieger Top.

Schöne Grüße aus dem verschneiten Hotzenwald
Werner
 
 
#2 Egbert Schnell 2015-02-10 11:01
Hallo Klaus !
Ja, da tut sich endlich etwas. Uns fehlt eine solide, handliche Konstruktion, mit ansprechenden Leistungen, wie hier projektiert. Es ist doch erkennbar, dass ein in Serie gefertigter, brauchbarer 120- Kg-Flieger weg ginge, wie die bekannten "warmen Semmeln". Dies ergibt sich schon allein aus dem Verhältnis von vorhandenen Lizenzen zu UL-Seglern in Privatbesitz.
Da ist mal wirklich ein Markt!
Ich freue mich immer wieder, wenn Deine Mails herein kommen.
Grüsse Egbert...
Deine SB5 habe ich in bester Gesellschaft kürzlich auf der Wasserkuppe angetroffen.
 

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