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Ich habe verstanden.

Mit neuer TEK-Düse in die Saison 2016

Veröffentlicht am 27. März 2016
Zugriffe: 1116

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1607_Mit_neuer_Duese/TS_Nick-Duese.jpgJetzt kann die Flugsaison 2016 beginnen. Lange hatte ich mir in den Wintermonaten überlegt, wo und wie ich eine TEK-Düse in meine Kilo-Bravo "implantieren" könnte, um endlich mein wunderbares Borgelt B500 E-Vario zuverlässig nutzen zu können. Irgendwie hat es zwar auch ohne Düse funktioniert, aber doch nicht so ganz sauber. Lange hatte ich damit geliebäugelt, meine esa-Düse in die Rumpfspitze einzubauen. Hatte ich bei meiner SB5 schon so gehabt und dort hatte das Borgelt prima funktioniert. Allerdings hatte ich nach dem Aufstecken der langen Dreifachdüse immer Angst, dass vor oder während des Einklinkvorgangs irgend ein Flugplatztölpel drüber stolpert und das gute Stück verbiegt. Folglich hatte ich den Einbauort im Bugbereich diesmal ganz schnell zu den Akten gelegt.

Somit blieben nur zwei mögliche Einbaupositionen: Senkrecht auf der Rumpfröhre hinter der Tragfläche und waagerecht im Seitenleitwerk. Da über meine esa-Düse aber zusätzlich Stau- und Statikdruck abgenommen werden und die Düse ausschließlich waagerecht eingebaut werden kann, fiel die Entscheidung auf das Seitenleitwerk. Doch ohne das Seitenleitwerk oben oder an der Seite aufzuschneiden, war der Düsen-Adapter mit den drei Druckschläuchen nicht einzubauen. Seitlich aufzuschneiden hatte ich ganz schnell verworfen, denn um das Loch hinterher wieder zu schließen und die Reparaturstelle neu zu lackieren, ...!

Endgültige Einbauposition somit Seitenleitwerk möglichst weit oben. Abschlussdeckel aufzuschneiden wäre zwar mit vertretbarem Aufwand möglich gewesen, musste aber nicht unbedingt sein. Dann die endgültige Trennung vom Gedanken an die "Wiederverwertung" meiner esa-Düse aus der SB5. Im nächsten Schritt habe ich zwei geschlitzte Standarddüsen mit aufgerauter Oberfläche sowie schmaleren und weniger tiefen Einschnitten angefertigt. Diese Variante zeigte bei Windkanalversuchen von Prof. Loek Boermans, neben dem bekannten "Braunschweig-Rohr", die besten Testergebnisse. Einfach herzustellen sind die Düsen ebenfalls. Sowohl das 6 mm Alu- wie auch das 6 mm Messingrohr ließen sich problemlos auf einer DIY-Biegevorrichtung in kleinem Radius kalt biegen, nachdem ich die ersten 20 cm der beiden Rohre einfach mit Zinn ausgegossen hatte. Nach dem Biegevorgang wurde das Zinn mit einem Gasbrenner wieder verflüssigt, so dass es selbständig aus den beiden Rohren laufen konnte. Rohrende mit Epoxidharz verschlossen und je zwei Schlitze gem. Skizze aus dem Testbericht in die Rohre gesägt - fertig.

Der kniffligste Job war dann jedoch, den Düsenadapter ins Leitwerk zu integrieren, ohne an irgend einer Stelle aufzuschneiden. Zum Glück gab es im vorderen Bereich der Abschlussrippe (5 mm Sperrholzdeckel) ein 20 mm Inspektionsloch, das ich als Zugang für meine Schlüsselloch-OP benutzen konnte. Ein 90° gebogener Messingrohr-Adapter mit 6 mm Innendurchmesser war auf die gleiche Weise wie die beiden Düsenrohre schnell hergestellt.

Da es im Seitenleitwerk keine Nasenleiste gibt, habe ich einen ca. 10 cm langen Füllklotz aus Kiefernholz angefertigt, den ich durch das Inspektionsloch eingeführt und mittels angebrachter Schnur gesichert habe. Zuvor wurde die Leitwerksnase innen mit angedicktem Epoxydharz eingestrichen. nach 24 Stunden Aushärtung und 4-stündiger Temperung saß der Füllklotz bombenfest an der richtigen Stelle. Dann 8 mm-Loch gebohrt, in das der Adapter eingeharzt werden sollte. Problem dabei: Der Düsen-Adapter konnte wegen der 90°-Krümmung nur von innen nach außen eingesetzt werden. Daher musste zuvor der gesamte Druckschlauch (ca. 8 m) am Düsen-Adapter endgültig befestigt werden, da ein späteres Aufschieben des Schlauches nicht mehr möglich war. Die spannende Frage war jetzt noch, wie ich den durch das Inspektionsloch eingeführten Luftschlauch von ganz hinten bis vor zum Cockpit bringe, denn Zugang zum Inneren der Rumpfröhre war natürlich nicht möglich.

10 m Schnur, eine M10-Schraube sowie ein 6 m langes Rohr mit angebundenem Magneten lösten mein Problem. Zum Einharzen des Düsen-Adapters wurde der Schwanz auf gleicher Höhe unterbaut, wie das für die Wägung gemäß Flug- und Betriebshandbuch vorgeschrieben ist. Jetzt brauchte der Adapter nur noch waagerecht stabilisiert und in Längsrichtung mittig ausgerichtet werden. 24 Stunden später war auch der Adapter bombenfest im Leitwerk integriert. Farbliche Aufhübschung des Seitenleitwerks lag mir ebenfalls schon lange am Herzen.

Jetzt braucht es nur noch gutes Banjo-Wetter, dann können die ersten Testflüge endlich durchgeführt werden.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1607_Mit_neuer_Duese/GT_Kilo-Bravo_TEK-Duese.jpg

Und damit mir in Zukunft das Malheur von Sobernheim nicht noch einmal passiert, habe ich mein Vorseil auch gleich mit einem pfiffigen "Vorseilfinder" ausgerüstet. Damit dürfte sich eine mögliche Suche nach gerissener Sollbruchstelle, von damals drei Tagen auf nur wenige Minuten reduzieren. Eine Beschreibung des elektronischen Vorseilfinders gibt es dann im nächsten Blog. Wie das Ganze aussieht zeigt das folgende Bild. Vorseilverlust und Mähmaschinen- oder Mähdrescherschäden sollten damit der Vergangenheit angehören.

http://UL-Segelflug.de/images/stories/Blogs/2016/1607_Mit_neuer_Duese/GT_Kilo-Bravo_Vorseilfinder.jpg

Kommentare   

 
#1 Markus Bongers 2016-03-28 09:36
Hallo Klaus,

schön wieder was ULSF-mäßiges von dir zu lesen! Wünsche einen guten Start in die Saison. Mein Spatz fliegt seit letztem Jahr mit einem elektronisch kompensierten VW1020 - da ich mich an deinen Umbau nicht ran getraut habe...

Liebe Grüße, Markus
 
 
#2 Siggi 2016-03-28 10:03
Hallo Klaus,

viel Vergnüngen mit der selbstgebauten TEK-Düse auf Deinem Banjo.

LG:Siggi

Nachgefragt:Sehen wir uns auf der Aero?
 

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